Epstein-Files: Neue Spuren im globalen Macht- und Finanznetzwerk
Erste Erkenntnisse aus den am 30. Januar 2026 veröffentlichten Epstein-Files: Putin, St. Petersburger Wirtschaftsforum, Ehud Barak, Peter Mandelson, Howard Lutnick und Steve Bannon
Am 30. Januar 2026 hat das US-Justizministerium rund drei Millionen Seiten neuer Dokumente aus den sogenannten Epstein-Files freigegeben. Es ist erst die Hälfte eines insgesamt rund sechs Millionen Seiten umfassenden Aktenbestands, der in den kommenden Monaten vollständig veröffentlicht werden soll.
Die erste Welle der Berichterstattung konzentriert sich erwartungsgemäß stark auf Donald Trump und dessen Umfeld. Diese Fokussierung greift jedoch zu kurz. Denn die nun zugänglichen Unterlagen zeichnen ein weit größeres, komplexeres und politisch brisanteres Bild: Jeffrey Epstein erscheint darin nicht nur als Sexualstraftäter mit prominenten Kontakten, sondern als Knotenpunkt eines global gespannten Netzwerks aus Politik, Finanzmacht, Diplomatie und Geheimdienstnähe.
Die Dokumente offenbaren neue Details über Epsteins Rolle als inoffizieller Vermittler, Geldgeber, Türöffner und Mitspieler in geopolitischen und wirtschaftlichen Machtzirkeln – lange nach seiner ersten Verurteilung und trotz seines bekannten kriminellen Hintergrunds.
Im Mittelpunkt der nun bekannt gewordenen Akten stehen unter anderem:
Wladimir Putin und das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (SPIEF) als Plattform russischer Macht- und Einflussprojektion
der ehemalige israelische Premierminister Ehud Barak und mögliche sicherheitspolitische Backchannels
der britische Labour-Stratege Peter Mandelson und nachweisliche Geldflüsse an dessen engstes privates Umfeld
der heutige US-Handelsminister Howard Lutnick und widersprüchliche Aussagen zu Treffen auf Epsteins Insel
Steve Bannon, der über Jahre hinweg in engem, dokumentiertem Austausch mit Epstein stand
sowie weitere Politiker, Finanzakteure und Mittelsmänner aus Europa, den USA, Russland und dem Nahen Osten
Dieser Substack fasst die ersten belastbaren Erkenntnisse aus den neuen Akten zusammen – gestützt auf Berichte von Politico, der Financial Times sowie auf die investigative Arbeit von Peter Jukes (Byline Times, Trojan Horse).
Politico
Steve Bannon und Jeffrey Epstein: Eine politische Zweckfreundschaft
Intensiver Austausch bis kurz vor Epsteins Tod
Am detailliertesten dokumentiert ist die Beziehung zwischen Epstein und Steve Bannon, dem ehemaligen Chefstrategen des Weißen Hauses und zentralen Akteur der internationalen rechten Bewegung. Tausende Textnachrichten und E-Mails aus den Jahren 2018 und 2019 belegen eine enge, fast tägliche Kommunikation – zu einem Zeitpunkt, als Epstein bereits massiv unter Druck stand.
Zwar ist Epsteins Name in vielen Textnachrichten geschwärzt, doch Hinweise auf sein Flugzeug, seine Insel, seine Anwesen sowie seine Empörung über die Vorwürfe lassen keinen Zweifel an seiner Identität.
Politische Strategien und globale Ambitionen
Inhaltlich reichten die Gespräche weit über Smalltalk hinaus. Epstein und Bannon diskutierten unter anderem:
den Umbau europäischer Regierungskoalitionen
Strategien zur Eskalation des wirtschaftlichen Drucks auf China
geopolitische Allianzen im Nahen Osten
interne Machtkämpfe in Washington
Bannon brüstete sich in den Chats damit, Trump 2018 zu massiven China-Zöllen bewegt zu haben, und tauschte sich mit Epstein über sein später strafrechtlich verfolgtes Projekt „We Build the Wall“ aus.
Auch laufende Ermittlungen gegen Bannon – insbesondere die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller – waren wiederkehrendes Thema.
Spott, Zynismus und Grenzüberschreitungen
Neben politischen Inhalten zeigen die Chats eine auffällige persönliche Nähe. Epstein ermunterte wiederholt zu derbem, sexualisiertem Humor. Gemeinsam verspotteten beide Donald Trump:
„Er sollte eher ein ›reiner Betrüger‹ als ein ›Wohltäter‹ genannt werden.“
Bannon bezeichnete Trump mehrfach sarkastisch als „stabiles Genie“ und kommentierte Berichte über dessen Arbeitszeiten mit der Bemerkung, der Präsident sei „ausgebrannt“.
Luxus, Abhängigkeiten und Medien-Coaching
Epstein stellte Bannon wiederholt:
Apartments in Paris
ein Haus in Palm Beach
weitere Unterkünfte
seinen Privatjet
zur Verfügung. Als Epstein Reisen für Bannon organisierte, scherzten beide, Epstein sei Bannons Assistent und:
„der bestbezahlte Reiseagent der Geschichte“
Epstein fügte hinzu:
„Massagen nicht inbegriffen.“
Darüber hinaus coachte Bannon Epstein gezielt im Umgang mit Medien, bereitete ihn auf Interviews vor und beriet ihn sogar zu seinem äußeren Erscheinungsbild. Ziel war es, Epsteins öffentliches Image während der eskalierenden Berichterstattung Anfang 2019 zu kontrollieren.
Elon Musk: Epsteins unerfüllter Wunschkontakt
Ganz anders stellt sich die Beziehung zwischen Epstein und Elon Musk dar. Die Dokumente zeigen hier vor allem einseitige Annäherungsversuche Epsteins zwischen 2012 und 2014.
Epstein lud Musk wiederholt zu Treffen ein – nach St. Thomas, auf seine Insel oder an die US-Ostküste. Musk lehnte meist knapp ab und verwies auf logistische oder terminliche Probleme. Es gibt keine Hinweise auf ein persönliches Treffen.
„Die Logistik klappt diesmal nicht.“
Epstein versuchte, die Einladungen attraktiver zu gestalten, etwa durch den Hinweis auf ein gemeinsames Abendessen mit Woody Allen. Musk blieb distanziert.
Flirt mit dem Mythos der Insel
Dennoch enthalten die E-Mails einige auffällige Passagen. Musk fragte nach der „wildesten Party“ des Jahres auf Epsteins Insel und äußerte den Wunsch, nach einem extrem arbeitsintensiven Jahr „loszulassen“. Gleichzeitig zweifelte er, ob Epsteins Insel nicht zu „friedlich“ sei.
Epstein antwortete mit einer Bemerkung über das Geschlechterverhältnis auf der Insel, was Musk entgegnete:
„Das Verhältnis ist für Talulah kein Problem.“
Später schlug Musk vor, Epstein könne ihn in der SpaceX-Raketenfabrik in Kalifornien besuchen – ein Treffen, das ebenfalls nie zustande kam.
Kontakte zu Staats- und Regierungsvertretern weltweit
Europa, Russland und der Nahe Osten
Die neuen Unterlagen verdeutlichen Epsteins Rolle als internationaler Vermittler. Er organisierte Treffen zwischen westlichen Politikern und europäischen Regierungschefs, tauschte sich mit Diplomaten aus und nutzte informelle Kanäle.
Beispiele:
Austausch mit dem slowakischen Politiker Miroslav Lajčák, inklusive sexistischer Scherze, während gleichzeitig Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow thematisiert wurden
Terminabsprachen mit Thorbjørn Jagland, dem damaligen Generalsekretär des Europarates
Jagland erklärte später öffentlich:
„Was über Jeffrey Epsteins Privatleben bekannt geworden ist, davon distanziere ich mich entschieden.“
Howard Lutnick: Widersprüche und neue Details
Besonders heikel sind die Enthüllungen zu Howard Lutnick, heute US-Handelsminister. Entgegen früherer Aussagen, er habe Epstein nach 2005 nicht mehr getroffen, zeigen E-Mails aus dem Jahr 2012 eine geplante und offenbar stattgefundene Begegnung auf Epsteins Karibikinsel.
Lutnick reiste mit Ehefrau, Kindern und Freunden an. In den E-Mails wird detailliert besprochen, wie die 188-Fuß-Yacht der Familie an Epsteins Insel anlegen sollte. Nach dem Treffen ließ Epstein ausrichten:
„Schön, dich gesehen zu haben.“
Das Handelsministerium sprach von „begrenzten Kontakten“. Lutnick selbst behauptete gegenüber der New York Times:
„Ich habe keine Zeit mit ihm verbracht.“
Diese Aussage steht jedoch im Widerspruch zu den vorliegenden Dokumenten und zu Lutnicks eigenen früheren Schilderungen, in denen er Epstein als „abstoßend“ bezeichnete.
Financial Times
Die am Freitag veröffentlichten Unterlagen des US-Justizministeriums haben eines der hartnäckigsten Gerüchte der britischen Politik der letzten Jahre endgültig bestätigt: Jeffrey Epstein zahlte auch nach seiner Verurteilung wegen Sexualdelikten regelmäßig Geld an den damaligen Partner – heute Ehemann – des Labour-Politikers Lord Peter Mandelson, eines der einflussreichsten Machtzentren der britischen Politik seit den 1990er-Jahren.
Die Financial Times berichtet, dass diese Informationen der Redaktion bereits im September bekannt waren, jedoch erst jetzt durch belastbare Dokumente veröffentlicht werden konnten. Die Enthüllungen betreffen nicht nur private Verbindungen, sondern werfen schwere Fragen zur politischen Integrität, Transparenz und Urteilsfähigkeit eines Mannes auf, der über Jahrzehnte hinweg zentrale Schaltstellen der britischen Macht besetzte.
Ein lange gehütetes Geheimnis der britischen Politik
Im Zentrum der neuen Enthüllungen steht Reinaldo Avila da Silva, ein brasilianischer Kunstliebhaber und Osteopathie-Schüler, der seit den 1990er-Jahren mit Peter Mandelson liiert war und ihn 2023 heiratete.
Aus den nun veröffentlichten E-Mails geht hervor, dass Epstein da Silva in den Jahren 2009 und 2010 regelmäßig Geld überwies – in einer Phase also, in der Epstein bereits wegen der Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden war und eine Haftstrafe verbüßt hatte.
Die Zahlungen erfolgten heimlich und ohne öffentliche Offenlegung, während Mandelson:
britischer Wirtschaftsminister war
faktisch als stellvertretender Premierminister unter Gordon Brown fungierte
erheblichen Einfluss auf Wirtschafts-, Finanz- und Außenpolitik ausübte
Konkrete Zahlungen: Tausende Pfund aus Epsteins Taschen
Die E-Mails zeichnen ein klares Bild der finanziellen Unterstützung:
September 2009: Da Silva bittet Epstein um 10.000 Pfund, um eine Osteopathie-Ausbildung und damit verbundene Kosten zu finanzieren.
Epstein antwortet prompt:
„Ich überweise deinen Kreditbetrag sofort.“
April 2010: Da Silva sendet erneut seine Bankdaten. Epstein leitet die Nachricht an seinen Buchhalter weiter mit der Anweisung:
„Schick 13.000 Dollar.“
In späteren Mails ordnet Epstein an, monatlich 2.000 Dollar an da Silva zu zahlen, korrigiert sich dann jedoch:
„Nach nochmaligem Überlegen nur 4.000 Dollar schicken.“
Die Dokumente belegen mehrere Zahlungen, lassen aber die Gesamtsumme offen. Ebenso bleibt unklar, über welchen exakten Zeitraum die Geldflüsse liefen.
Privates wird politisch: Epstein und Mandelsons Amtsgeschäfte
Besonders brisant ist, dass die E-Mails nahelegen, dass Mandelsons Freundschaft mit Epstein in seine tägliche Regierungsarbeit hineinwirkte.
Der Fall DP World
Am 5. November 2009 schrieb Sultan Ahmed bin Sulayem, Chef des staatlichen Hafenbetreibers DP World aus Dubai, an Mandelson, um finanzielle Garantien oder Kredite für das milliardenschwere Projekt London Gateway zu fordern.
Kurz zuvor informierte er Epstein:
„Lieber Jeffrey, ich schicke das in den nächsten 20 Minuten an Peter.“
Die zeitliche Abfolge legt nahe, dass Epstein als informeller Vermittler zwischen globalen Investoren und der britischen Regierung fungierte.
US-Finanzreformen und Epstein als Vertrauter
Am 1. April 2010 leitete Mandelson Epstein ein internes Memo weiter, das ein Gespräch mit Lawrence Summers, dem Chefökonomen von Präsident Barack Obama, über geplante Bankenregulierungen zusammenfasste.
Epstein erhielt damit direkten Einblick in hochrangige transatlantische Finanzgespräche, obwohl er zu diesem Zeitpunkt ein verurteilter Straftäter war.
Epstein und Mandelson: Nähe statt Distanz
Öffentlich hatte Mandelson stets betont, er habe keine enge Beziehung zu Epstein gepflegt. Die nun veröffentlichten Dokumente zeichnen ein anderes Bild.
Bereits bekannt war:
luxuriöse Aufenthalte bei Epstein
Flüge auf Epsteins Kosten
Ein Geburtstagsalbum zum 50. Geburtstag Epsteins, in dem Mandelson ihn als seinen „besten Freund“ bezeichnete und seine „Liebe“ ausdrückte – während Epstein einer Haftstrafe entgegensah
Neu ist nun der nachweisliche Geldfluss an Mandelsons Partner, der diese Nähe weiter unterstreicht.
Ein besonders aufschlussreicher, scherzhafter E-Mail-Austausch aus dem Oktober 2010 (mutmaßlich von Mandelson) lautet:
„Hast du die Reinaldo-Zahlungen dauerhaft gestoppt? Sonst muss ich ihn vielleicht auf die Straße schicken, um zu arbeiten.“
Dementis, Ausflüchte und Schweigen
Nach Mandelsons Entlassung als britischer Botschafter in Washington im Jahr 2025 erhielt die FT Hinweise auf die Zahlungen an da Silva. Ein Vertrauter Mandelsons bestritt zunächst entschieden:
„Nein, er hat keine 10.000 Pfund im Monat über zwei Jahre von Jeffrey Epstein erhalten.“
Auf die explizite Nachfrage, ob überhaupt jemals Geld geflossen sei, folgte jedoch kein Dementi.
Die FT konfrontierte das Paar schriftlich an ihrer 13 Millionen Pfund teuren Villa im Londoner Regent’s Park mit detaillierten Fragen zu Höhe, Zeitraum und Zweck der Zahlungen. Da Silva antwortete nie.
Politischer Fallout: Mandelsons endgültiger Sturz?
Die nun belegten Zahlungen gelten als „letzter Nagel im Sarg“ einer politischen Karriere, die bereits mehrere Skandale überstanden hatte – meist im Zusammenhang mit reichen Finanziers.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass Premierminister Keir Starmer Mandelson trotz Kenntnis seiner Epstein-Nähe 2024 zum Botschafter in Washington ernannte.
Innerhalb der Labour-Partei mehren sich nun Forderungen:
Entzug des Adelstitels
Ausschluss aus der Partei
Aberkennung des Lords-Sitzes
Ein Labour-Abgeordneter sagte:
„Mandelsons Peerage muss ihm jetzt aberkannt werden. Das ist unfassbar. Das sollte ein klarer Lackmustest für jede künftige Parteiführung sein.“
Offene Kernfrage: Profitierte Epstein politisch?
Im Zentrum der weiteren Debatte steht nun die Frage, ob Epstein politisch profitierte – direkt oder indirekt – von seiner Nähe zu Mandelson.
Dokumente zeigen unter anderem:
geplante Treffen zwischen Epstein, Mandelson und JPMorgan-Chef Jamie Dimon
ein Abendessen im März 2010 in Epsteins New Yorker Stadthaus
Epsteins Treffen mit Mandelsons Sonderberater Ben Wegg-Prosser
Kurz nach diesen Kontakten kritisierte Mandelson öffentlich Obamas geplante Bankenregulierung als „zu schwierig umsetzbar“ – und informierte Epstein anschließend über interne Gespräche.
Peter Jukes, Inhaber Byline Times, hier auf seinem Substack-Portal “Trojan Horse”
Barak, Putin, SPIEF und der Russland-Israel-Backchannel
Der britische Investigativjournalist Peter Jukes legt in seinem Substack-Essay „Epstein’s Kremlin Pipeline“ eine weitreichende These vor: Jeffrey Epstein war nicht nur mit westlichen Eliten vernetzt, sondern bewegte sich auch im innersten Umfeld des Kremls – mit direktem Zugang zu Wladimir Putin.
Neue, vom US-Justizministerium veröffentlichte E-Mails sollen belegen, dass Epstein bereits 2013, also vor der Krim-Annexion und den späteren Sanktionsumgehungsplänen, als inoffizieller Mittelsmann zwischen Russland, Israel, globalen Finanznetzwerken und Technologie-Eliten agierte.
Im Zentrum steht das St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) – nicht als Wirtschaftskonferenz, sondern als Instrument der Kreml-Machtprojektion und Elite-Abschöpfung.
Die Kernbehauptung: Eine persönliche Einladung Putins
Der brisanteste Fund betrifft eine E-Mail vom 22. Mai 2013, in der Epstein gegenüber dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak schreibt:
„Putin bat mich, zur selben Zeit wie seine Konferenz in St. Petersburg zu sein – für echte Privatsphäre. Wenn er sich treffen will, wird er das arrangieren müssen.“
Nach Jukes’ Darstellung handelt es sich dabei nicht um Angeberei, sondern um eine bewusst formulierte Information an eine Person, die die Aussage über diplomatische Kanäle hätte überprüfen können. Barak traf Putin wenige Wochen später selbst, was der Behauptung zusätzliches Gewicht verleiht.
Epstein betont zudem, er habe eine Teilnahme an der öffentlichen Konferenz abgelehnt:
„Ich habe ihm nein gesagt.“
Diskretion stand über öffentlicher Sichtbarkeit.
Epstein als aktiver Vermittler – nicht als Randfigur
Bereits Tage vor dieser Mail hatte Epstein Barak geraten:
„Lass Putin wissen, dass du in Moskau bist. Sieh, ob er private Zeit will.“
Zur Koordination bot Epstein den Kontakt zu Sergei Belyakov an – einem hochrangigen russischen Funktionär, FSB-Akademie-Absolventen, ehemaligen stellvertretenden Wirtschaftsminister und operativen Schlüsselorganisator des SPIEF.
Damit, so Jukes, erscheint Epstein nicht als einfacher Türöffner, sondern als jemand, den der Kreml als würdig für direkte Ansprache betrachtete – oder der sich zumindest glaubwürdig so darstellte, dass ein ehemaliger Regierungschef ihm Glauben schenkte.
SPIEF: „Davos für Despoten“
Jukes zeichnet das SPIEF als zentrales Machtinstrument Putins, insbesondere nach der Annexion der Krim 2014.
Formal präsentiert sich das Forum als Investorenkonferenz nach Davoser Vorbild. Tatsächlich jedoch, so Jukes, wurde es nach 2014:
organisatorisch in die Präsidialverwaltung Putins integriert
über die Roscongress-Stiftung direkt dem Kreml unterstellt
zu einem Raum, in dem Politik, Geheimdienste, Banken, Soft Power und Wirtschaft bewusst verschmelzen
Ausländische Teilnehmer würden:
öffentlich umworben
privat ausgeforscht
langfristig auf geopolitische Verwertbarkeit geprüft
Trotz dieser Struktur nahmen weiterhin westliche Spitzenvertreter teil – darunter Narendra Modi, Emmanuel Macron, Shinzo Abe sowie US-Manager von Exxon, Boeing, GE oder Chevron.
Epstein im SPIEF-Ökosystem
Epstein trat nie öffentlich auf, war aber laut Jukes tief in die informellen Netzwerke eingebettet.
Ein zentrales Bindeglied war Leon Black, Epsteins wichtigster Kunde und Gründer von Apollo Global Management. Black saß im internationalen Beirat des Russian Direct Investment Fund (RDIF) – dem wichtigsten Staatsfonds Russlands und Kerninstrument des SPIEF.
Ein Reuters-Bericht von 2012 bestätigt, dass Black bei nicht-öffentlichen Investitionssitzungen mit Putin anwesend war.
Damit, so Jukes, befand sich Epsteins Finanznetzwerk im Herzen russischer Staatskapital-Strategie.
Auch Ehud Barak taucht 2015 im offiziellen SPIEF-Archiv als Redner auf – ein weiterer Hinweis auf seine Nähe zur diplomatischen Maschinerie des Forums.
Sergei Belyakov: Der Kreml-Gatekeeper
In den E-Mails erscheint Sergei Belyakov als Epsteins wichtigster russischer Ansprechpartner. Er fungierte als:
organisatorisches Nadelöhr des SPIEF
Verbindung zwischen Wirtschaft, Sicherheitsapparat und Politik
Ansprechpartner für Epsteins Markt-, Währungs- und Finanzideen
Epstein präsentierte sich Belyakov gegenüber explizit als:
„nicht politisch“
sondern als Experte für Märkte, Zinssysteme und die „neue Welt der Finanzen“ – eine Selbstdarstellung, die den Weg für seine späteren Sanktionsumgehungs-Konzepte ebnete.
Die „Tech Maidens“: Russische Eliten als Brückenfiguren
Besonders detailliert beschreibt Jukes die Rolle zweier russischer Frauen, die er – in Anlehnung an Craig Unger – als „Tech Maidens“ bezeichnet. Beide sind MGIMO-Absolventinnen (der Moskauer Elite-Diplomatenschule) und fungierten als personelle Schnittstellen zwischen Kreml-Netzwerken, Epstein und westlichen Technologie-Zentren.
Svetlana „Lana“ Pozhidaeva
ab ca. 2014 Epsteins Assistentin
zuständig für Terminplanung und „wissenschaftliche Philanthropie“
erhielt 2014 ein US-O-1-Visum („extraordinary ability“)
entscheidend: Das Empfehlungsschreiben kam persönlich von Sergei Belyakov, der sie als hochrangige SPIEF-Mitarbeiterin darstellte
Epstein finanzierte anschließend mehrere ihrer Projekte:
56.000 Dollar an ihre NGO Education Advance (MIT-Programme)
50.000 Dollar über die OpenCog Foundation (AGI-Forschung)
Unterstützung für WE Talks, eine Tech-Empowerment-Serie für Unternehmerinnen
Die Markenrechte lagen bei Epsteins eigenem Anwalt.
Maria „Masha“ Bucher (geb. Drokova)
Ihr Werdegang ist noch politischer:
frühere Pressesprecherin der Nashi-Jugendbewegung
enge Zusammenarbeit mit Vladislav Surkovs Umfeld
öffentliches „Putin-Kuss“-Foto
Kooperation mit dem Propagandisten Konstantin Rykov
Später Neupositionierung als Silicon-Valley-VC, Gründerin von Day One Ventures, SPIEF-Rednerin 2019 und Verbindung zu russischen KI-Firmen wie NTechLab (Gesichtserkennung FindFace), die später zur Überwachung von Protesten eingesetzt wurde.
Zeitliche Überlappung als Indiz
Jukes betont die exakte zeitliche Passung:
2010: Pozhidaeva wird vor Epsteins New Yorker Haus fotografiert
2013: Epstein erscheint mit ihr bei den Gotham Awards; Putins Einladung erfolgt
2014: O-1-Visum; Epstein bietet Russland sein Sanktions-Blueprint an
2017–2019: Finanzierungen laufen, während Drokova in der Tech-Elite aufsteigt
Für Jukes ist dies kein Zufall, sondern ein systemischer Transfer von Eliten aus dem russischen Machtbereich in westliche Innovations- und Finanzzentren.
Sanktionsumgehung: Epsteins Finanz-Blueprint
Nach der Krim-Annexion 2014 entwarf Epstein laut E-Mails für Belyakov ein detailliertes Konzept zur Umgehung westlicher Sanktionen, darunter:
eine neue internationale Bank mit extremer Kredithebelung
eine BRICS-Kryptowährung
rohstoffgebundene digitale Instrumente
automatisierte „Smart Contracts“ für grenzüberschreitende Zahlungen
Jukes liest dies als frühe Blaupause der russischen Entdollarisierungs-Strategie.
Suspicious Activity Reports zeigen zudem Geldflüsse über Sberbank und Alfa Bank – beide zentral für den Kreml und eng mit SPIEF verbunden.
Syrien, Israel, Geheimdienste
Der zeitliche Kontext ist entscheidend: 2013 befand sich der Syrien-Krieg auf seinem Höhepunkt. Israel suchte dringend eine Verständigung mit Russland, um Irans Einfluss zu begrenzen.
Baraks Putin-Treffen am 20. Juni 2013 zielte laut Jukes genau darauf. Epstein inszenierte sich als Vermittler, der Baraks sicherheitspolitische Expertise mit seinen Finanz- und Netzwerkfähigkeiten verband.
Offene Fragen bleiben bewusst offen:
Duldete oder nutzte der Mossad Epsteins Rolle?
Diente Epstein dem Kreml auch zur Kompromat-Sammlung?
War SPIEF der operative Knotenpunkt all dessen?
Am 3.2. konkretisiert Peter Jukes das noch einmal in einem Artikel in der Byline Times und zeigt dort das ganze Netzwerk aus Silicon Valley, westlichen Rechtspopulisten und Moskau auf.
Der Artikel zeichnet ein komplexes Geflecht aus Finanzpolitik, Kryptotechnologie, geopolitischer Strategie und rechter Populismusbewegung nach. Im Zentrum steht Jeffrey Epstein – nicht nur als Sexualstraftäter, sondern als politischer Netzwerker mit ehrgeizigen Vorstellungen über Geldsysteme, Kryptowährungen und globale Machtverschiebungen.
Die Dokumente zeigen: Epstein bewegte sich in einem Kreis aus russischen Funktionären, amerikanischen Tech-Milliardären und europäischen Rechtspopulisten. Dieses Netzwerk verband eine gemeinsame Idee: die bestehende demokratisch regulierte Finanzordnung zu umgehen oder neu zu erfinden.
Die „Sputnik“-Vision: Russland als Finanzsupermacht
Der Ausgangspunkt ist ein bemerkenswerter Vergleich. In einer E-Mail von 2013 beschrieb Epstein gegenüber einem russischen Regierungsvertreter eine mögliche finanzpolitische Revolution – analog zum Schock des Sputnik-Starts 1957.
„Dasselbe kann jetzt wieder passieren – Russland könnte die Führung im Finanzsystem übernehmen.“
Sein Adressat war Sergej Beljakow, ein hochrangiger russischer Wirtschaftsbeamter mit Verbindungen zum Geheimdienst und zum Oligarchen Oleg Deripaska. Epstein argumentierte, Russland müsse nicht Silicon Valley imitieren, sondern könne das globale Finanzsystem „überspringen“, indem es eine neue Form von Geld schaffe – technologisch gestützt, jenseits staatlicher Kontrolle.
Epstein stellte sich selbst als Architekt moderner Derivatemärkte dar und deutete an, dass die nächste Stufe der Finanzinnovation eine radikal neue Form digitaler Wertschöpfung sei.
„Eine neue Form von Geld – global, größer als jedes staatliche Projekt – und im Kern nicht schwer umzusetzen.“
Besonders brisant: Epstein behauptete, Wladimir Putin persönlich habe ein Treffen mit ihm angefragt.
„Putin bat mich, zeitgleich zu seiner Wirtschaftskonferenz in St. Petersburg zu erscheinen. Ich sagte nein. Wenn er mich treffen will, braucht es echte Zeit und Privatsphäre.“
Diese Aussage teilte Epstein mit dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak, der sie über diplomatische Kanäle hätte überprüfen können. Das deutet darauf hin, dass Epstein sich selbst als geopolitischen Finanzberater verstand – und möglicherweise auch so wahrgenommen wurde.
Peter Thiel und die Ideologie der kryptischen Freiheit
Eine Schlüsselrolle spielt Peter Thiel, Mitgründer von PayPal, Investor bei Facebook und Gründer des Datenanalyseunternehmens Palantir. Thiel sah Kryptowährungen als Werkzeug zur Umgehung staatlicher Kontrolle.
„Bitcoin ist das, was PayPal hätte sein sollen.“
Schon 2012 versuchte Epstein aktiv, Thiel in seinen Kreis einzubinden. Mehrere E-Mails zeigen, dass Epstein Treffen arrangierte und politische Kontakte vermittelte. 2014 diskutierten Thiel und Epstein Bitcoin-Regulierung an der New Yorker Börse.
Epstein investierte Millionen in Thiels Fonds Valar Ventures. Gemeinsam beteiligten sie sich an der israelischen Überwachungsfirma Carbyne, die Notfallkommunikationstechnologie entwickelt – ein Hinweis darauf, dass Krypto-Finanzsysteme und Überwachungstechnologie ideologisch nicht getrennt gedacht wurden.
Der Artikel beschreibt diese Verbindung als Verschmelzung von Blockchain-Utopie und Sicherheitsstaat.
Krypto als geopolitische Waffe
Thiel und Epstein verband nicht nur Geschäft, sondern auch Politik. Beide unterstützten früh Donald Trump. Epstein verfolgte detailliert Wahlumfragen und Personalentscheidungen mit Bezug zu Fintech und Bitcoin.
Thiel nutzte den Parteitag der Republikaner 2016, um gegen „Finanzblasen“ zu polemisieren und neue Geldformen zu preisen. Später warnte er, Bitcoin könne eine „chinesische Finanzwaffe“ sein – oder ein Schutzschild gegen den Dollar als Weltreservewährung.
Der Artikel deutet an: Kryptowährungen wurden nicht als neutrale Technologie verstanden, sondern als Instrument geopolitischer Machtverschiebung.
Parallel dazu arrangierte Epstein Treffen zwischen Trump-Unterstützern und russischen Diplomaten – ein bemerkenswerter Hintergrund angesichts der bekannten russischen Einflussoperationen während der US-Wahl 2016.
Brexit als Spekulation und geopolitische Chance
Epstein betrachtete das britische EU-Referendum 2016 zugleich als Marktchance und politische Zäsur.
„Brexit ist erst der Anfang.“
Für ihn war der EU-Austritt ein Signal für eine umfassendere Umordnung westlicher Demokratien. Diese Einschätzung verband sich mit einem neuen Projekt: Steve Bannons paneuropäische Populistenbewegung.
Steve Bannon, Nigel Farage und die „Movement“-Strategie
Nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus suchte Steve Bannon ein neues internationales Projekt. Er fand es in einer europäischen Allianz nationalistischer Parteien. Offiziell wurde sie von Verbündeten Nigel Farages gegründet, faktisch war Bannon ihr Stratege.
Im Hintergrund taucht erneut Epstein auf – als Finanzberater und logistischer Unterstützer. E-Mails zeigen, dass er Bannon half, Reisen zu organisieren, Kontakte zu knüpfen und Finanzstrukturen zu verschleiern.
Bannon prahlte gegenüber Epstein:
„Ich bin jetzt Berater von Front National, Lega, AfD, Schweizer Volkspartei, Orban, Farage… Wir können im EU-Parlament alles blockieren, auch Krypto-Gesetze.“
Hier wird der Kern des Projekts sichtbar: Populistische Parteien sollten genutzt werden, um Regulierung zu verhindern – insbesondere im Finanz- und Kryptobereich.
Als Boris Johnson Theresa May ersetzte, schrieb Bannon triumphierend:
„Wir haben sie wirklich zerschlagen. Wir rollen.“
Kryptowährungen als politische Infrastruktur
Bannon sah Blockchain als zweite Internetrevolution:
„Krypto ist die Währung, Blockchain ist Internet 2.0.“
Die Verbindung zwischen Technologie und politischer Macht war explizit. Kryptowährungen sollten nicht nur Finanzinstrumente sein, sondern demokratische Kontrollmechanismen umgehen.
Diese Logik setzte sich fort: Der britische Politiker Nathan Gill wollte 2021 auf einem kremlnahen Forum über Blockchain-Wahlsysteme sprechen.
„Dieselbe Technologie wie Kryptowährungen wird auch das Wählen verändern.“
Das impliziert eine direkte Verbindung zwischen Krypto-Ideologie und Wahlverfahren.
Reform UK und intransparente Finanzierung
Nigel Farages Partei Reform UK wurde später die erste britische Partei, die offen Kryptospenden annahm – über einen ausländischen Zahlungsdienstleister außerhalb strenger Finanzaufsicht.
Der Artikel sieht darin eine praktische Umsetzung der Ideen, die Epstein, Thiel und Bannon diskutierten: Finanzflüsse außerhalb demokratischer Kontrolle.
JD Vance und die Institutionalisierung der Krypto-Ideologie
Mit dem Aufstieg von JD Vance zum US-Vizepräsidenten erreicht Thiels Weltbild die Exekutive. Vance wurde massiv von Thiel finanziert und teilt dessen Skepsis gegenüber staatlicher Regulierung und globalen Institutionen.
Technologie – von Überwachungssoftware bis Kryptowährung – wird hier als strategisches Instrument nationaler Macht verstanden.
Das Vermächtnis: Epsteins unsichtbare Infrastruktur
Epstein ist tot, doch seine Ideen wirken fort. Der Artikel argumentiert, dass seine eigentliche Hinterlassenschaft nicht nur persönliche Skandale sind, sondern eine Infrastruktur aus:
geretteter Bitcoin-Entwicklung
libertärer Tech-Ideologie
politisch genutzter Krypto-Finanzierung
intransparenter Einflussnahme auf Wahlen
„Die dunkle, nicht rechenschaftspflichtige Macht der Krypto-Politik bleibt eines seiner schädlichsten Vermächtnisse.“
Schlussanalyse: Demokratie im Schatten digitaler Finanzmacht
Der Text zeichnet kein Verschwörungsnarrativ, sondern ein Muster: Kryptowährungen wurden von einflussreichen Akteuren bewusst als Werkzeug zur Umgehung staatlicher Kontrolle gesehen. Gleichzeitig verband sich diese Vision mit populistischen Bewegungen, die demokratische Institutionen schwächen wollten.
Epstein erscheint dabei als Vermittler zwischen Welten:
russische Oligarchennetzwerke
Silicon-Valley-Tech-Eliten
westliche Rechtspopulisten
Die zentrale These lautet: Kryptopolitik ist nicht nur Finanzinnovation, sondern geopolitische Strategie.
Und diese Strategie wirkt weiter.
Nachtrag, 4.2.2026
Peter Thiel, Jeffrey Epstein und Palantir: Ein Netzwerk mit sicherheitspolitischer Sprengkraft
Ein neuer Bericht der Byline Times wirft schwerwiegende Fragen zur Verbindung zwischen Tech-Milliardär Peter Thiel, dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und der britischen Regierung auf. Im Zentrum steht ein Risikokomplex aus Venture-Kapital, Geheimdienstkontakten, Lobbyismus und kritischer Infrastruktur.
Was als Investitionspartnerschaft begann, entwickelt sich in der Darstellung des Artikels zu einer nationalen Sicherheitsfrage: Warum erhält ein Unternehmen Zugang zu britischen Atomwaffen-, Gesundheits- und Polizeidaten, dessen Gründer jahrelang geschäftlich mit Epstein verbunden war?
Die Kernenthüllung
Der ehemalige israelische Premierminister und Geheimdienstchef Ehud Barak bezeichnete Peter Thiel und Jeffrey Epstein in einer internen Mail als „Eigentümer“ eines Venture-Fonds. Thiels Sprecher widerspricht: Epstein sei kein Miteigentümer, sondern lediglich „Limited Partner“ gewesen – also Kapitalgeber ohne operative Kontrolle.
Doch die veröffentlichten Dokumente zeigen:
Epstein investierte mindestens 15 Mio. Dollar, später rund 40 Mio.
Seine Beteiligung ist heute etwa 170 Mio. Dollar wert
Es ist der größte Vermögenswert in Epsteins Nachlass
Die Geschäftsbeziehung dauerte 2014 bis 2019 – bis kurz vor Epsteins letzter Verhaftung
Die Unterlagen belegen zudem, dass Epstein nicht wie ein passiver Investor behandelt wurde. Er erhielt „streng vertrauliche“ Investmentangebote und war regelmäßig in strategische Gespräche eingebunden.
„Super confidential“ markierte Investmentangebote wurden direkt an Epstein geschickt – ein ungewöhnliches Privileg für einen angeblich rein passiven Kapitalgeber.
Die Rolle von Palantir
Peter Thiel ist Mitgründer von Palantir Technologies, einem der einflussreichsten Datenanalyse-Unternehmen der Welt. Palantir ist tief in britische Staatsstrukturen eingebettet:
Atomwaffenprogramm (AWE)
NHS-Patientendaten
Verteidigungsministerium
Polizeidatenbanken
Gesamtvolumen bekannter Verträge: über 670 Millionen Pfund
Tatsächliche Summe vermutlich höher wegen geschwärzter Verträge.
Viele dieser Aufträge wurden:
ohne offene Ausschreibung vergeben
unter Sicherheitsausnahmen erteilt
mit minimaler Transparenz abgeschlossen
Peter Mandelson: Die politische Brücke
Der britische Politiker Peter Mandelson ist das Bindeglied zwischen Epstein und Palantir.
Zwischen 2009–2010 gab Mandelson vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weiter. Die Folgen:
Entlassung als US-Botschafter
Austritt aus der Labour-Partei
Rücktritt aus dem House of Lords
mögliche Strafverfolgung
Trotz dieser Vorgeschichte engagierte Palantir 2018 Mandelsons Lobbyfirma Global Counsel, um Zugang zu britischen Regierungsaufträgen zu erleichtern.
Ein verurteilter Sexualstraftäter, ein kompromittierter Politiker und ein Überwachungsunternehmen treffen sich an der Schnittstelle staatlicher Macht.
Global Counsel vermittelte hochrangige Kontakte und rekrutierte ehemalige Regierungsbeamte, darunter:
NHS-Führungskräfte
Verteidigungsbeamte
Ministeriumsmitarbeiter
Das Muster: Drehtür zwischen Staat und Konzern.
Russische Geheimdienstverbindungen
Ein besonders brisanter Aspekt betrifft mögliche russische Einflussoperationen.
Laut dem ehemaligen MI6-Russlandchef Christopher Steele stammte Epsteins Vermögen wahrscheinlich teilweise aus russischer organisierter Kriminialität.
Dokumentiert ist:
Epstein vermittelte Treffen zwischen Thiel und russischen Funktionären
darunter ein Putin-naher Ex-Minister
sowie Russlands UN-Botschafter Vitaly Churkin
„Mein russischer Botschafterfreund ist gestorben. Das Leben ist kurz – fang mit dem Dessert an.“
— Epstein an Thiel nach Churkins Tod
Die Akten zeichnen ein Bild von Epstein als:
Vermittler russischer Kontakte in Silicon Valley
Umgehungsberater für Sanktionen
Nutzer russischer Banken
Arbeitgeber russischer Assistentinnen mit Geheimdienstnähe
Wenn diese Darstellung zutrifft, war Epstein mehr als ein Finanzier – er war potenziell ein Einflussvektor ausländischer Dienste.
Warum das sicherheitspolitisch relevant ist
Der Artikel argumentiert: Wenn Mandelson wegen seiner Nähe zu Epstein aus der Macht entfernt wurde, dann müsse dieselbe Logik für Palantir gelten.
Die Kernfrage lautet:
Warum darf ein Unternehmen, dessen Gründer jahrelang mit Epstein geschäftlich verbunden war, Zugriff auf britische Nuklear-, Gesundheits- und Militärdaten behalten?
Die Regierung verteidigt Palantir mit Verweis auf:
Sicherheitsprüfungen
Vertragsrecht
wirtschaftlichen Nutzen
Kritiker sehen jedoch:
strukturelle Abhängigkeit
mangelnde Transparenz
geopolitische Verwundbarkeit
Das größere Muster
Der Bericht zeichnet kein isoliertes Fehlverhalten, sondern ein Systembild:
Milliardäre finanzieren politische Netzwerke
Lobbyfirmen öffnen staatliche Türen
Tech-Konzerne übernehmen kritische Infrastruktur
Geheimdienstnahe Akteure bewegen Kapital und Kontakte im Hintergrund
Epstein erscheint dabei als Knotenpunkt zwischen:
Finanzelite
Geheimdiensten
Politik
Technologie
Fazit
Die Enthüllungen zielen weniger auf moralische Empörung als auf eine strategische Frage:
Wer kontrolliert die Dateninfrastruktur moderner Staaten?
Und:
Welche Altlasten tragen die Personen hinter diesen Unternehmen?
Der Fall Thiel/Epstein/Palantir zeigt, wie eng sich Finanzmacht, politische Einflussnahme und nationale Sicherheit inzwischen verschränken.
Die eigentliche Gefahr liegt nicht in einer einzelnen Person – sondern in Systemen, die solche Verbindungen zulassen und normalisieren.
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